Bacchus

Bacchus oder Dionysos ist eine weiße Rebsorte, die als eine Kreuzung von (Silvaner x Riesling) und Müller-Thurgau gilt. Sie wurde von Peter Morio und B. Husfeld am Institut für Rebenzüchtung in Geilweilerhof im Jahre 1933 gezüchtet. Ihre Zulassung in Deutschland erfolgte im Jahr 1962. Die Rebsorte wird vor allem in Deutschland und in England angebaut. Bacchus verdankt ihre Popularität unter Winzern besonders der Tatsache, dass sie - im Gegensatz zum Riesling - eine frühreifende Rebsorte ist, die sehr hohe Reifegrade erreicht und deshalb auch in Lagen angebaut werden kann, die für den Riesling weitgehend ungeeignet sind. Die aus ihr gewonnenen Weine sind aromatisch und fruchtig, aber nur, wenn das Lesegut völlig ausgereift ist. Allerdings fehlt es den den Weinen manchmal an Säure, weshalb sie häufig mit Müller-Thurgau verschnitten wird. Deren relativ neutrale Weine bereichert sie mit ihrer Frucht und ihrem Bouquet - zusammen sind sie ein fester Bestandteil der unter Weinkennern oft nicht sehr geschätzten Liebfrauenmilch.
Anbaufläche in Deutschland (Stand: 1. März 2004): 2.756 ha (2,7 % der Rebfläche)
Synonyme: Geilweilerhof 33-29-133
Abstammung: (Silvaner x Riesling) x Müller-Thurgau

Kerner

Kerner ist eine weiße Rebsorte. Bei ihrer Züchtung an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg wurden 1929 roter Trollinger und weißer Riesling durch den Rebzüchter August Herold gekreuzt und nach dem schwäbischen Dichter Justinus Kerner benannt, der in Weinsberg gelebt hatte.
Ihre
Weine ähneln dem Riesling, haben hohen Zuckergehalt, gute Säure, manchmal einen leichten Muskatton. Die Sorte ist sicher eine der wertvollsten Neuzüchtungen und bringt an Silvaner-Standorten sehr rassige Weine hervor. Als Nachteil des Kerners gilt seine Krankheitsanfälligkeit, besonders gegen Oidium. Außerdem führt eine Virusanfälligkeit zu Geiztriebbildung. Aus diesem Grund erfordert der Kerner eine besonders sorgfältige Pflege in den Weinbergen.
Anbaufläche in Deutschland (Stand: 1. März 2004): 5.557 ha (= 5,4 % der Rebfläche).
1974 wurde eine
Mutation des Kerners gefunden, die neue Rebsorte Kernling.

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Müller - Thurgau

Die weiße Rebsorte Müller-Thurgau, heute aus Marketinggründen auch Rivaner genannt, wurde 1882 von dem Schweizer Rebforscher Prof. Hermann Müller (* 1850; † 1927) aus dem Schweizer Kanton Thurgau für die Lehranstalt in Geisenheim gezüchtet. Müller-Thurgau ist mit 42.000 ha Anbaufläche weltweit die erfolgreichste Neuzüchtung.
Die Sorte stellt an
Klima und Bodenbeschaffenheit relativ geringe Ansprüche. Die Reben reifen früh und bringen große Ertragsmengen. Die Sorte Müller-Thurgau ist aufgrund ihrer geringen Säure mild, doch elegant und fruchtig. Die Weine sollen noch relativ jung getrunken werden, mit wenigen Ausnahmen werden sie durch die Lagerung nicht besser.
Trocken und halbtrocken ausgebaut wird die Sorte heute sehr häufig als "Rivaner" bezeichnet, nach den ursprünglich vermuteten Elternreben
Riesling und Silvaner. Der Grund: Obwohl sich aus Müller-Thurgau durchaus hochklassige Weine keltern lassen, hat die Traube mittlerweile beim Publikum einen sehr schlechten Ruf, weil sie aufgrund des erzielbaren hohen Ertrags allzu oft für minderwertige Massenweine missbraucht wurde.
Müller selber war sich jedoch nicht ganz sicher, welche Eltern-Rebsorten tatsächlich von ihm verwendet wurden. Deswegen gab es auch von Anfang an Zweifel. Versuche, die Züchtung nachzuvollziehen, scheiterten. Lange Zeit ging man davon aus, dass es sich um eine Kreuzung aus Riesling mit sich selbst handele. Nach neuen genetischen Untersuchungen gelten als Eltern-Reben des
Müller-Thurgau die Rebsorten Riesling und Madeleine Royale; andere Quellen ( z.B. Oz Clarke, s. Quellen) nennen ebenfalls aufgrund genetischer Untersuchungen die Sorten Riesling und Chasselas (Gutedel) als Elternreben.
Die Anbaufläche in Deutschland betrug im März 2004 17.280 ha, das entspricht 16,8 % der Rebfläche.
Durch weitere Kreuzung eines Sämlings (Silvaner x Riesling) mit Müller-Thurgau entstand 1933 die weiße Rebsorte
Bacchus.
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Riesling

Riesling ist eine weiße Rebsorte, die als eine der besten und wichtigsten Weißweintrauben gilt. Sie bringt in kühleren Gegenden die besten Ergebnisse und wird vor allem in Deutschland, aber auch in vielen anderen Ländern angebaut. Der deutsche Riesling-Wein genießt ein hohes Ansehen auch auf den internationalen Märkten, Spitzenlagen werden in guten Jahren zu Höchstpreisen gehandelt.
Riesling stellt hohe Anforderungen an die Lage (jedoch nicht an den Boden), da er sehr spät reift. Optimale Bedingungen bieten die wärmespeichernden steinigen Steillagen entlang der Flusstäler, wie sie etwa am Rhein, an der Mosel, der Saar, der Ruwer oder in der Wachau gegeben sind. Aufgrund ihres relativ hohen Säuregehalts zeichnen sich Riesling
weine durch sehr gute Lagerfähigkeit aus. Die Farbe kann von blass-gelb mit Grünstich bis goldgelb reichen. Der Geschmack zeichnet sich durch vielfältige fruchtige Aromen, wie Grapefruit, Limone, Zitrone, Apfel, Pfirsich und Passionsfrucht, aus. Altersgereifte Weine weisen häufig einen Petrolton auf. Normalerweise sind die Weine leicht bis mittelschwer und werden als frisch, stahlig, rassig und mineralisch beschrieben. Der Riesling bringt ebenfalls großartige süße Weine hervor. Die besten Süßweine werden entweder als Eiswein geerntet, oder aber die Konzentration der Geschmacksstoffe erfolgt auf natürlichem Wege über die Edelfäule, die Botrytis cinerea. In beiden Fällen stellt sich ein honigwürziges Aroma ein. Riesling eignet sich außerdem zur Herstellung von Schaumwein.

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